skizze machbarkeitsstudie
11.09.15 Infrastruktur

Radschnellweg in Rhein-Main

Zwischen Frankfurt und Darmstadt mit durchschnittlich 20 km/h auf einer glatten, weitgehend querungsfreien Strecke radeln? Das wünschen sich viele Berufspendler. Der erste Schritt zur Realisierung dieser Vision ist gemacht.

Umweltfreundlich und schnell zur Arbeit

Im vergangenen Jahr wurde unter der Federführung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain eine Machbarkeitsstudie für die Findung einer Radschnellwegtrasse von Frankfurt nach Darmstadt in Auftrag gegeben. Jetzt haben zwei beauftragte Planungsbüros eine Hauptvariante vorgelegt: Der rund 30 Kilometer lange Schnellweg führt aus Frankfurt-Sachsenhausen hinaus über freies Feld und geht dann durch die Städte Neu-Isenburg, Dreieich und Langen. Nach Langen wird die Trasse entlang der Bahnlinie geführt und tangiert die Kommunen Egelsbach und Erzhausen sowie den Darmstädter Stadtteil Wixhausen. Von dort geht es über Arheilgen in die Darmstädter City. (Streckenverlauf siehe Karte)

Nach der Studie gibt es genügend Fahrradfahrer, die diese Trasse nutzen werden, fünf von sechs der als wichtig erachteten Ziele in diesem Korridor werden mit ihr erschlossen. Auch die Umsetzung wäre relativ einfach: Im Wesentlichen müssen vorhandene Wege nur ertüchtigt werden, Neubauten stellen eher die Ausnahme dar. Innerorts müssen die Fahrradstraßen oder Radfahrstreifen entsprechend ausgebaut und ausgewiesen werden, außerhalb der Bebauungen müssen land- und forstwirtschaftliche Wege den Anforderungen angepasst werden. Bei zirka 70 Prozent aller Kreuzungen kann der Radschnellweg die Vorfahrt bekommen.

"Dies ist die Hauptvariante, die die Machbarkeitsstudie erbracht hat. Dazu gibt es noch zwischen dem Süden Frankfurts und dem südlichen Ortsausgang Langen eine Alternativvariante entlang der Bahnlinie. Diese Option soll dann noch tiefer untersucht werden, wenn dies die jetzt noch zu führenden Diskussionen mit den Bürgerinnen und Bürgern erbringen", erklärt die Erste Beigeordnete des Regionalverbandes, Birgit Simon.

Der Frankfurter Verkehrsdezernent Stefan Majer: "Nicht nur Frankfurt ist die Stadt der kurzen Wege, sondern auch viele Wege in die Region sind kurz genug, dass sie sich exzellent für schnelle Radpendler eignen. Durch den Radschnellweg können zukünftig auch weitere Strecken zwischen Frankfurt und Darmstadt für Pendler attraktiv werden."

In zehn Jahren kann alles fertig sein

Im nächsten Schritt muss die Trägerschaft und die Finanzierung des auf rund 8,4 Millionen Euro teuren Bauwerks geklärt werden. Erste Gespräche über eine mögliche Förderung wurden bereits mit dem Land Hessen geführt. Kurzfristig können Wege markiert und straßenverkehrsbehördliche Anordnungen getroffen werden. Mittelfristig könnten Wege verbreitert und neue Abschnitte asphaltiert werden. In etwa zehn Jahren wäre der Weg dann durchgängig befahrbar.

Für die Realisierung des Radschnellweges hat sich ein Projektkonsortium gebildet, in dem der Regionalverband FrankfurtRheinMain sowie die Kommunen Frankfurt, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach, Erzhausen und Darmstadt vertreten sind. Das Konsortium hat auch die insgesamt rund 56.000 Euro teure Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Hochschule Darmstadt begleitet das Projekt wissenschaftlich. Vertreter des hessischen Verkehrsministeriums, von Hessen Mobil sowie des ADFC haben sich in einem projektbegleitenden Arbeitskreis versammelt.

Radschnellwege sind vornehmlich für Berufspendler gedacht. Die Merkmale für einen Radschnellweg sind: eine mehr oder minder direkte Wegführung ohne Umwege möglichst separat vom Auto- oder Fußgängerverkehr, wenig "Hindernisse" mit nur geringen Wartezeiten wie beispielsweise Ampeln, eine hochwertige Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche, um hohe Fahrgeschwindigkeiten (mindestens 20 Kilometer pro Stunde) über weite Strecken zu ermöglichen, sowie drei bis vier Meter breite Fahrbahnen. Sie können mit "normalen" Rädern benutzt werden, Sportfahrräder sind nicht notwendig. Aber auch Pedelecs können auf den Trassen eingesetzt werden. Weitere Kommunen haben schon ihr Interesse an einem Radschnellweg bekundet, so gibt es schon konkrete Vorüberlegungen für den Korridor Frankfurt – Hanau.

Quelle: Regionalverband FrankfurtRheinMain

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