Die Nahmobilität fördern
Seit 17. März gibt es die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen. Die Stadt Frankfurt ist an dem landesweiten Kompetenznetzwerk beteiligt. Es soll helfen, die Situation für Radfahrer und Fußgänger in den Kommunen weiter zu verbessern.
Land Hessen gründet Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität
Verkehrsdezernent Stefan Majer begrüßt die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH), mit der ein großer Schritt zur Verbesserung der Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr in ganz Hessen gelingen kann. "Die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden wird entscheidend durch öffentliche Räume geprägt, in denen die Menschen sich flexibel, sicher, barrierefrei und vor allem gerne bewegen", so der Verkehrsdezernent. "In der Gründung der AGNH sehe ich die große Chance, die vielen positiven Erfahrungen, die wir in den vergangenen Jahren auch in Frankfurt mit der Förderung der Nahmobilität machen konnten, in andere hessische Kommunen und Kreise zu tragen und unsererseits von anderen Städten in Hessen zu lernen." Am Donnerstag, 17. März, fand die Auftaktveranstaltung der AGNH statt.

Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik
Für Frankfurt war das Pilotprojekt „Nahmobilität im Nordend“ eine wichtige Initialzündung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen wurde seinerzeit ein Leitfaden entwickelt. Sie werden seitdem im gesamten Stadtgebiet umgesetzt. Dafür steht ein jährlicher Haushaltsansatz für „Nahmobilität in den Stadtteilen“ zur Verfügung, um vor Ort Verbesserungen für Aufenthaltsqualität, Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit umzusetzen. Daher war es eine Selbstverständlichkeit, dass die Stadt Frankfurt das Land Hessen von Anfang an beim Aufbau der AGNH unterstützt hat.

Podiumsdiskussion mit Verkehrsdezernent Stefan Majer (2.v.l.)
Frankfurt als Vorbild
"Die Stärkung der Nahmobilität, Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit kommt den Bürgern unmittelbar zugute. Daher hat auch jede Maßnahme der Frankfurter Baubezirke in Straßenunterhaltung und Straßenerneuerung Elemente der Nahmobilitätsförderung", so Stadtrat Majer weiter. "Mit den Frankfurter Gehwegnasen und unserem Arbeitsplan Barrierefreiheit konnten wir viel beachtetes Vorbild sein als Stadt, die die Querbarkeit von Straßen verbessert und mehr Raum für das Zufußgehen und den Aufenthalt im öffentlichen Raum schafft."
Die AGNH soll die Nahmobilität nun auch hessenweit umfassend fördern, Verkehrsplaner und Entscheidungsträger für das Thema sensibilisieren und Projekte anregen. In den vergangenen Monaten haben bereits vier Expertenkreise die Themen "Radverkehr", "Fußverkehr", "Integrative Verkehrsplanung" und "Mobilitätserziehung" aufbereitet.
Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der AGNH am 17. März in Frankfurt präsentierten die Expertenkreise ihre bisherigen Arbeitsergebnisse vor den rund 300 Teilnehmern, vor allem Bürgermeister aus hessischen Kommunen. Das Themenfeld "Radverkehr" stellten Joachim Hochstein, Leiter des Frankfurter Radfahrbüros und Tilman Bracher vom Deutschen Institut für Urbanistik vor.
Wichtige Vorschläge für den Radverkehr lauten: Es sollte künftig einen Festbetrag für finanzielle Aufwendungen für Leuchtturmprojekte geben, ebenso eine Auszeichnung "nahmobilitätsfreundliche Kommune". Voranzutreiben sind auch die hessischen Radschnellverbindungen und Fahrradparkhäuser.

Joachim Hochstein, Leiter des Frankfurter Radfahrbüros
In der anschließenden Podiumsdiskussion brachte Verkehrsdezernent Majer Erfahrungen und Perspektive der Stadt Frankfurt in die AGNH-Auftaktveranstaltung ein. "Ich wünsche der AGNH einen guten Start und vor allem viele Kommunen, die an einer Mitarbeit interessiert sind. Die durch die Vernetzung der Kommunen und dem Land gewonnenen Erkenntnisse müssen nun in konkrete Projekte münden", so Majer abschließend.
Weitere Informationen finden Sie auf der Internet-Seite der AG Nahmobilität Hessen
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