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Rad-Direktverbindung nach Darmstadt

Als siebente an der geplanten Rad-Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt beteiligte Kommune hat die Stadt Frankfurt dem Projekt nun offiziell zugestimmt. Nach dem Votum des Stadtparlaments kann der Bau im Herbst 2018 beginnen.

Radfahrer auf dem Ziegelhüttenweg

Frankfurter Abschnitt führt vom Mainufer bis in den Stadtwald

Wer morgens mit dem Rad in Richtung Frankfurter Innenstadt unterwegs ist, kann bestätigen, dass die bestehende Fahrrad-Infrastruktur längst an ihrer Kapazitätsgrenze angekommen ist. Zumindest für den Stadtteil Sachsenhausen kann sich die Situation durch die nun beschlossene Rad-Direktverbindung nach Darmstadt spürbar verbessern.

In den vergangenen Monaten hatten bereits die Stadtverordnetenversammlungen in Darmstadt, Erzhausen, Egelsbach, Langen, Dreieich und Neu-Isenburg dem Bau der Rad-Direkt-Verbindung ihre Zustimmung erteilt. Am 26. April 2018 hat auch das Frankfurter Stadtparlament "grünes Licht" gegeben. Federführend bei der Realisierung des Projekts ist die Regionalpark Südwest GmbH. Etwa bis zum Jahr 2022 soll die Verbindung vollständig fertiggestellt sein.

Die rund 30 Kilometer lange Strecke soll so ausgebaut werden, dass insbesondere Rad-Pendler zügig, sicher und komfortabel unterwegs sein können. Neben einer ebenen, griffigen, witterungsbeständigen und auch bei Dunkelheit gut erkennbaren Oberfläche muss die Rad-Direktverbindung eine ausreichende Breite aufweisen, um ein freies Überholen zu ermöglichen. Außerdem sollen an Knotenpunkten Wartezeiten vermieden oder zumindest minimiert werden.

Radverkehr am Otto Hahn Platz

Radverkehr am Otto-Hahn-Platz in Sachsenhausen.

Im Frankfurter Stadtgebiet wird die Rad-Direktverbindung diesem Verlauf folgen: Ausgehend vom südlichen Mainufer in Höhe des Holbeinstegs wird sie durch die Holbeinstraße und den neu zu gestaltenden Kreisverkehr am Otto-Hahn-Platz (das Foto zeigt die bisherige Situation) zur Bahnunterführung der Oppenheimer Landstraße und weiter bis zur Mörfelder Landstraße geführt.

Südlich der Mörfelder Landstraße folgt die Rad-Direktverbindung dem Ziegelhüttenweg bis zum Stadtwald. Hier folgt die Trasse zunächst der Straßenbahnstrecke nach Neu-Isenburg über den Welscher Weg bis zur Oberschweinstieg-Schneise. Im Zuge der Oberschweinstieg-Schneise quert die Rad-Direktverbindung dann die Isenburger Schneise und wird über die Kuhpfadschneise am Stadtwaldhaus vorbei bis zur Unterführung der Autobahn A3 geführt. Weiter südlich folgt die Rad-Direktverbindung der Habichtschneise bis zur Stadtgrenze Neu-Isenburg und dann weiter durch die dortige Kurt-Schumacher-Straße.

Trassenverlauf Rad-Direktverbindung Stadtgebiet Frankfurt

Ausschnitt des Trassenverlaufs. Grafik: Regionalpark Südwest GmbH, Kartenhintergrund: WebAtlasDE GeoBasis-DE / BKG 2017

Eine besondere Herausforderung ist der Streckenverlauf durch den Stadtwald. Wegen des Bannwaldstatus sind die Standards einer Rad-Direktverbindung aus forst- und naturschutzrechtlichen Gründen nicht vollständig umsetzbar. Trotzdem soll den Anforderungen an die Rad-Direktverbindung möglichst gut entsprochen werden, etwa durch eine durchgängig nutzbare Wegbreite von etwa vier Metern. Baumfällungen sind hierfür nicht erforderlich.

Da die Rad-Direktverbindung fast durchgängig auf bestehenden Straßen und Wegen verläuft, soll möglichst bald eine durchgängige Beschilderung des Trassenverlaufs erfolgen. Darüber hinaus hat die Regionalpark Südwest GmbH eine Reihe von Maßnahmenvorschlägen für den Frankfurter Teil der Rad-Direktverbindung in die Roadmap aufgenommen.

Das Land Hessen erachtet Radschnellverbindungen als wichtigen Baustein für die Strategie "Mobiles Hessen 2020". Es hat daher für die Rad-Direktverbindung Frankfurt-Darmstadt eine – vergleichbar zu den Hessischen Fernradwegen – privilegierte Förderung in Aussicht gestellt.

Grundsätzlich werden Planung und Bau der Rad-Direktverbindung den Haushalt der Stadt Frankfurt nicht zusätzlich belasten: Ein Großteil der Maßnahmen wird durch laufende Planungen aus anderen Anlässen, etwa zum Kreisverkehr Holbeinstraße und Oppenheimer Landstraße, planerisch mit abgedeckt.



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