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Sicherheit in Theorie und Praxis

Wie kommt man in Deutschland sicher mit dem Rad durch den Straßenverkehr? Für junge Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Irak eine große Herausforderung. In speziellen Kursen werden sie jetzt dafür fit gemacht.

Geflüchtete lernen Verkehrsregeln

Kurse zur Verkehrserziehung junger Geflüchteter

In den Herkunftsländern vieler junger Geflüchteter, die nach Frankfurt gekommen sind, ist es oft nicht üblich, im Alltagsverkehr mit dem Rad zu fahren. Und wenn doch, werden selbst grundlegende Verkehrsregeln, wie sie in Europa gelten, nicht berücksichtigt. Weil diese Unkenntnis in Deutschland lebensgefährlich sein kann, hat die Frankfurter Polizei in Zusammenarbeit mit dem Straßenverkehrsamt ein Projekt zur Verkehrserziehung junger Geflüchteter ins Leben gerufen.

Multiplikatorenschulung

Freiwillige werden von der Frankfurter Polizei als Multiplikatoren für die Verkehrserziehung geschult. Foto: Rolf Oeser

Damit möglichst viele der jungen Geflüchteten an der Verkehrserziehung – auch spät nachmittags oder an den Wochenenden – teilnehmen können, wurden Freiwillige gesucht, die dieses Wissen vermitteln wollen und können. Dazu hatte das Radfahrbüro im Mai einen Aufruf gestartet, um Ehrenamtliche zu finden, die den jungen Geflüchteten vermitteln sollen, wie man sich mit dem Rad sicher im Verkehr bewegt. Zahlreiche Freiwillige meldeten sich. Nachdem sie im Juni von der Frankfurter Polizei am Verkehrsübungsplatz am Grüneburgpark für ihre Aufgabe vorbereitet wurden, haben im Juli die ersten Kurse begonnen.

22. Juli 2016

Radverkehrserziehung für junge Geflüchtete

Wie kommt man in Deutschland sicher auf dem Rad durch den Straßenverkehr? Praktisches und theoretisches Lernen auf dem Übungsplatz und im Unterrichtsraum. Fotos: Radfahrbüro

Zu einem der ersten Kurstermine kamen zwölf afghanische und syrische "unbegleitete minderjährige Asylbewerber" (umA’s) aus einer Einrichtung des Deutschen Roten Kreuz. Ein mitgebrachter Dolmetscher sorgte dafür, dass die Kursinhalte bei den Schülern richtig ankamen. Behandelt wurden wichtige Verkehrsschilder wie "Vorfahrt achten", das richtige Verhalten an Ampeln, Grundregeln wie "rechts vor links" – und woran man denken muss, wenn man mit dem Rad sicher links abbiegen möchte.

Im zweiten Teil des Kurses wurde die graue Theorie sofort in praktische Übung verwandelt: Der Verkehrsübungsplatz am Grüneburgpark erlaubt es, realistische Verkehrssituationen mit Schildern und einer Ampelanlage zu simulieren. Nur so lässt sich das abstrakte Wissen in konkretes, verkehrssicheres Verhalten übersetzen.

Am Ende des rund dreistündigen Kurses hatten die zwölf jungen Geflüchteten nicht nur etwas Wichtiges gelernt, alle hatten auch großen Spaß daran, die gestellten Aufgaben zu lösen. Und auch den ehrenamtlichen Verkehrserziehern bereitet das Projekt sichtlich viel Freude.



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